Semantisch-grammatische Funktionen

Der Artikel dient zur genaueren Umgrenzung des Begriffs, der durch das Substantiv bezeichnet wird.

1.Er zeigt, ob das Substantiv individualisierende oder generalisierende Bedeutung hat. Dabei werden beide Artikel verwendet2.

a) Es lebte einmal ein Schneider.

Der Schneider hatte zwei Söhne.

Individualisierte Substantivformen bezeichnen Einzelwesen bzw-dinge.

b) Ein Lehrer mub viel wissen.

(jeder Lehrer)

DerBaum ist eine Pflanze.

(alleBaume)

Generalisierte Substantivformen bezeichnen die Gattung im allgemeinen Sinne.

M e r k e n S i e: Im Plural haben die Substantive nieist generalisierende Bedeutung.

Vgl.: 1.Ein Gespenst geht um in Europa — das Gespenst des Kommunismus. 2. Der Bourgeois sieht in seiner Frau ein blosses Produktionsinstrument. 3. Der Proletarier ist eigentumslos. 4. Ein Teil der Bourgeoisie wünscht den sozialen Mißständen abzuhelfen... Es gehören hierher: Ökonomisten, Philatitropen. Humanitäre... 5.Die Kommunisten sind keine besondere Partei gegenüber den anderen Arbeiterparteien.

(K. Marx)

2. Der Artikel drückt d i e B e s t i m m t h e i t bzw. Un­bestimmtheit des Substantivs aus.

Der bestimmte Artikel bezeichnet ein bestimmtes Wesen bzw. Ding, das in der gegebenen Situation einzig möglich ist, und zwar:

a) wenn das Ding bzw. Wesen vorher bereits erwähnt worden ist,

b) wenn das Ding bzw. Wesen aus der Situation klar hervorgeht,

c) wenn das Ding bzw. Wesen einzig in seiner Art ist,

a) Ich sehe einen Jungen.

Der Junge geht die Straße entlang.

b) Wir traten ins Cafe. Der Kellner begrüßte uns höflich.

c) Die Sonne geht auf. Der Mond kam aus den Wolken hervor.

Die Natur erwacht im Frühling.

d) Man nannte ihn den besten Arbeiter des Werkes.

d) wenn dem Substantiv Attri­bute beigefügt sind, die dessen Bedeutung zur einzig möglichen in der gegebenen Situation ma­chen.

B e a ch t e n S i e: Mit dem bestimmten Artikel stehen auch die Benennungen der Monate, Jahreszeiten, Wochen­tage, Tageszeiten, vgl.: im Oktober, im Sommer, am Diens­tag, am Morgen.

Der u n b e s t i m m t e Artikel hebt ein beliebiges Wesen bzw. Ding aus einer Menge gleichartiger Wesen bzw. Dinge heraus und zwar:

a) Ich habe einen Sport­ler kennengelernt.

b) In unserer Stadt gibt es ein Museum.

Er hat einen Sohn.

c) Man hält ihn für einen klugen Menschen.

d) Die Rose ist eine BJume.

a) wenn ein Ding bzw. Wesen zum ersten Mal erwähnt ist,

b) bei der Konstruktion es gibt und bei Substantiven, die als Objekt zum Verb haben ge­braucht werden,

c) wenn ein Merkmal, eine Eigenschaft eines Dinges bzw. Wesens hervorzuheben ist,

d) beim prädikativen Substan­tiv, das einen allgemeinen Be­griff bezeichnet, welchem ein engerer Begriff zugeordnet ist.

Vgl.: 1. Der Himmel war gelb wie Messing und noch nicht ver­qualmt vom Rauch der Schornsteine. Hinter den Dächern der Fabrik leuchtete er sehr stark. Die Sonne mußte gleich aufgehen. Ich sah nach der Uhr. Es war noch vor acht... Plötzlich hörte ich hinter mir ein leiseres Krächzen... 2. Sie hatte eine brüchige, etwas gläserne Stimme. 3. Das Teufelsrad war eine große, glatte... Scheibe, die sich immer rascher drehte... 4. ... der Kellner Hans erschien mit einer Schüssel, so groß, wie eine Kinderbadewanne... Er griff in die Schüssel und begann... einen Krebs zu zerlegen. 5. Wir gin­gen zu dem Wagen, der in der Ecke des Hofes stand.

(E. M. Remarque)

Besondere Verwendungsarten Des Artikels

Der Gebrauch des Artikels hängt in starkem Maße mit der Semantik des Substantivs zusammen1. Substantive, die unzähl­bare Begriffe bezeichnen (Eigennamen, Stoffnamen, Abstrakta), werden meist ohne Artikel gebraucht, oder sie stehen mit dem bestimmten Artikel.

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